Um neue Ideen zu begreifen, bemühe ich mich in der Regel mit folgendem Vorgehen:

  1. sachliches Verstehen der Ausgangslage
    (z.B. eine These, Behauptung, Fragestellung, Problem … )
  2. Einlassen in die Gedankenwelt der Erfinder
    (z.B. Argumente, Ziel, Wissenschaftlichkeit, dahinterstehende Theorie, Interessenlage, emotionale Elemente, politische Absichten, Win-Win-Situation … )
  3. Biographien der Autoren anschauen
    (hilft u.a. bei der Beurteilung der Interessenlage … )
  4. möglichst umfassende und systematische Vernetzung
    (als Auswahl z.B. ökonomisch, soziologisch, evolutionär, politisch, ökologisch, biologisch, historisch, ethisch oder unter Umständen auch fundamentalwissenschaftlich … )
  5. persönliche Beurteilung
  6. allfällige Konsequenzen
    (z.B. Artikel schreiben, Leserbriefe, kritischer Diskurs … )

Das Ergebnis meiner Bemühungen stelle ich hier ganz simpel dar:

  1. leicht verständlich formulierte Forderung
  2. keine grosse intellektuelle Vorarbeit
    (Vorurteile, Angstargumente, teils verdeckte Ideologie, politische Eigeninteressen und Selbstdarstellung … )
  3. politisch (gleichartig) engagierte Initianten
  4. geringer Vernetzungsgrad einer oberflächlichen Argumentation
  5. Es ist leicht einsehbar, dass ich nicht viel halte von solch unbedachtem, politisch-ideologischem Vorgehen.

Ich füge jedoch einen mich überzeugenden, argumentativ starken Artikel bei. Der Autor - Pierre Bessard, Ökonom und Leiter des Liberalen Instituts in Zürich – geht auf die ethische, politische und ökonomische Problematik des „Helikoptergeldes“ ein.

 

Vorgängig möchte ich ergänzend noch einige Bemerkungen und Aspekte kurz dazufügen:

  • Geld ohne Gegenleistung ist ein antimarktwirtschaftliches Prinzip (besonders wenn es verordnet ist) und verletzt den Tauschgedanken des Marktes.
  • „Geld regiert die Welt!“ Der Staat erhält mehr Macht, wenn er Geld verteilt und die Bürger abhängig macht. Macht geht meistens zulasten der Freiheit des Einzelnen. Zentralisierung der Macht beim Staat kann nicht das Ziel der Politik sein – ausser man wünscht einen Systemwechsel.
  • Alle mit irgendwie staatlichen Geldern unterstützten Menschen können bei einem Zusammenschluss Änderungen in der direkten Demokratie blockieren – was heute schon in einigen Kantonen der Fall wäre. Es sei denn, man nähme diesen Menschen das Stimmrecht weg. Das geht natürlich nicht, weil heute praktisch neue Gesetze fast immer Irgendwen diskriminieren. Das Diskriminierungsverbot ist wahrlich ein raffiniertes Gesetz und öffnet den Weg zur Beliebigkeit. Auch zum Systemwechsel?
  • Persönlich bin ich besorgt über die Unverfrorenheit einzelner Initianten, ihre politische Karriere rücksichtlos zu optimieren, um an den Geldtopf des Staates zu kommen. Dies gelingt – wie die SVP-Strategie zeigte – wenn man auf die erste Seite der Printmedien kommt und möglichst viel Fernsehpräsenz zeigt sowie in vielen Talkshows auftritt. Dies fördert den Bekanntheitsgrad, denn ohne diesen wählt sie keiner. Das erklärt auch die jeweiligen Extremforderungen, um die mediale Beachtung zu erlangen. Von den Kosten einer Volksabstimmung einmal abgesehen, erzeugen diese Signale der absurden Abstimmungen im Ausland Stirnrunzeln in den investierenden Wirtschaftskreisen und eine Schwächung für die Standortwahl Schweiz bezüglich Stabilität.
  • Interessant sind Berechnungen von Ökonomen, die ergeben, dass die erfüllte Forderung von sfr 2500.– pro Monat für jeden einzelnen Bürger ohne jegliche weitere pekuniäre staatliche Unterstützung (keine AHV, kein BVG, keine Subventionen z.B. für Krankenkassen … ) billiger käme als der IST – Zustand. Die ganzen bürokratischen, kaum produktiven Strukturen fallen alle weg, die Lohnnebenkosten verschwänden, somit höhere Löhne... Nur - die Streichung aller Sozialversicherungen ist von den Initianten nicht vorgesehen.